2015-09-18 14.59.44

Best of KK15

Viel zu schnell geraten die Massen an interessanten Informationen, die bei Veranstaltungen wie dem diesjährigen Kommunikationskongress in Berlin vermittelt werden, im Anschluss wieder in Vergessenheit. Zeit also, dieses wichtige Branchenereignis Revue passieren zu lassen. Viel Spaß beim Lesen meines persönlichen Best of KK15.

Der erste Kongresstag startete für einige Mitglieder des Young Professional Networks sowie ein paar erfahrenere BdP-Mitglieder mit einem gemeinsamen Frühstück, welches direkt zu Beginn des Kongresses beide Seiten miteinander in Dialog bringen sollte. Einleitend stellten sich alle Anwesenden vor. Wie schon bei anderen Veranstaltungen wurde auch hierbei wieder deutlich: Während die Erfahrenen alle einst als Quereinsteiger gestartet sind, waren unter uns Young Professionals fast ausschließlich PR-Studierende. Meiner Ansicht nach sorgt genau dieser Unterschied dafür, dass Praktiker und Absolventen solch divergierende Vorstellungen vom geeigneten Berufseinstieg in der PR-Branche haben. So ist es wenig verwunderlich, dass Absolventen branchenfremder Studiengänge es für wichtig erachten, uns Berufseinsteigern zunächst einmal 12 bis 18 Monate lang im Rahmen eines Volontariats die Grundlagen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zu vermitteln. Es bedarf höherer Transparenz seitens der jeweiligen Studiengänge und ausreichendem Interesse seitens der Praktiker, um bekannt zu machen, dass beispielsweise die Präsentation einer sorgfältig ausgearbeiteten Kommunikationsstrategie vor einem realen Unternehmen, Bestandteil unseres Curriculums ist. Vielleicht wurde durch den anschließenden Austausch zu „guter PR“ und aktuellen Herausforderungen der Branche ein wenig mehr deutlich, über welche Expertise wir bereits zum Zeitpunkt des Berufseinstiegs verfügen.

Nach der anschließenden Eröffnung des KK15 im beeindruckenden Kupfersaal durch Dr. Jörg Schillinger und eine anekdotenreiche Keynote von Peer Steinbrück, entschied ich mich im ersten Panel für den Best Case von Sabine Hoffmann, der Kommunikationsleiterin des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Das Thema war die crossmediale Kommunikation rund um die Mission Rosetta. Mitreißend berichtete sie von den Kommunikationserfolgen, die sich beispielsweise durch die Personalisierung des Philae Landers ergeben haben. Spätestens das Ausmaß der Multimedialität der Kommunikation, welches unter anderem Hollywood-artige Videos beinhaltete begeisterte die Zuhörer und führte in der anschließenden Fragerunde zu Interesse am Budget für derlei Videos. Zurecht wurde diese Kommunikationsleistung bei der späteren Speakersnight ausgezeichnet.

Im nachfolgenden Panel durften Susanne Lanzmich, Robin Renz und ich als Nominierte des Nachwuchsförderpreises die Ergebnisse unserer Abschlussarbeiten präsentieren. Mehrfach wurde ich danach um die Zusendung meiner Ergebnisse gebeten. Dieses Interesse verdeutlicht die Relevanz, die wissenschaftlicher Erkenntnisse für die PR-Praxis haben können. Der BdP-Bildungsbeauftragte, Dr. Ulrich Kirsch, betonte daher zurecht, wie schade es sei, dass so viele wichtige Erkenntnisse, zu denen Studierende im Rahmen ihrer Abschlussarbeiten kommen, niemals ihren Weg in die Praxis finden.

Weitere Highlights des ersten Kongresstages waren die hochkarätig besetzte Diskussion „Zug und Zug – Gemeinsam durch die Krise“ sowie der Best Case zum Relaunchprozess bei der Bertelsmann Stiftung. Einige andere Programmpunkte hielten hingegen nicht ganz was sie versprachen und erinnerten durch Bullet Point-reiche Folien eher an trockene Präsentationen aus den Einführungsveranstaltungen meines Bachelorstudiums. Da die Anzahl interessanter Alternativen stets recht hoch war, führte dies zeitweise zu Besucher-Wanderungen mitten in einem Panel. Abschließend bot Frank Schätzing mit seiner Keynote durch faszinierende Zukunftsszenarien und wachrüttelnde Appelle ein buntes Bullet Point-Kontrastprogramm.

Der feierliche Höhepunkt des KK15 war die Speakersnight im prunkvollen Friedrichstadtpalast. Bei dieser umrahmten Gesang von Astrid North sowie eine Rede von Miriam Meckel zur Macht der Imagination die Auszeichnung der besten Pressestellen und die Verleihung des Nachwuchsförderpreises. Letzterer wurde zwar leider nicht mir, sondern Robin Renz überreicht, aber allein die Nominierung und das positive Feedback haben mich sehr zufrieden gestimmt.

Auch das Programm des zweiten KK15-Tages war vielversprechend. Hier überzeugten mich vor allem die Diskussion “Dialog auf allen Kanälen” und die Keynote von Sascha Lobo. Letzterer schaffte es, eine halbe Stunde lang fast minütlich das Publikum mit neusten Phänomenen unserer digitalen Gesellschaft zu faszinieren und erschrecken. So schienen bis dato nur Wenige vom Hype um Shared Payments von Venmo oder dem Algorithmus, der Kalorien in Fotos von Essen zählen kann, gehört zu haben. Das Pläuschen von Hajo Schumacher und Berghain-Türsteher, Sven Marquardt, war für mich schließlich der seichte Ausklang des diesjährigen KK15.

Ich freue mich schon auf den KK16 und bin gespannt, an welchem Punkt die Debatte um die Profession des Pressesprechers im nächsten Jahr angelangt ist.

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