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Das Suchen und Finden eines Themas für die Thesis

Beim Gedanken daran, ein halbes Jahr der Beantwortung ein- und derselben Fragestellung zu widmen, wurde mir klar: der Erfolg meiner Masterarbeit steht und fällt mit der Wahl des Themas. Umso mehr freute ich mich daher, als ich einige Monate vor Beginn meiner Thesis im Magazin pressesprecher einen äußerst interessanten Artikel von Thomas Micke­leit (2013) über die Zukunft der Kommunikationsbranche entdeckt hatte. Die Kernbotschaft: Der PR kommt das Geschäftsmodell abhanden und damit sie nicht überflüssig wird, bedarf es neuer Arbeitsweisen – beispielsweise in Form des Newsroom-Konzepts.

Das Newsroom-Konzept war mir bereits zuvor in zwei Praktika begegnet, jedoch ohne dass sich ein klares Verständnis von dessen Inhalten gefestigt hatte. In der Hoffnung hilfreiche Literatur und bestenfalls eine potenzielle Thesis-Fragestellung zu finden, startete ich meine Recherche zu diesem Thema. Die Ausbeute in den wissenschaftlichen Literaturbeständen war ernüchternd. Allenfalls am Rande fand das Newsroom-Konzept – beispielsweise bei Ansgar Zerfaß (2014) – bislang Beachtung. Die Suche in branchenspezifischen Fachmedien war etwas ergiebiger und bestätigte zumindest die erhoffte Relevanz des Themas für die UK. Seit 2012, dem Jahr in dem Siemens einen Newsroom eingeführt hatte, erhielten einige große deutsche Unternehmen und Verbände immer wieder die Möglichkeit, in jenen Medien von ihren Newsrooms zu berichten. Aber auch diese Artikel schafften kein eindeutiges Verständnis des Newsrooms und enthielten erst recht keine systematische Erfassung der Verbreitung von Newsrooms in deutschen Unternehmen.

Im Journalismus – der Ursprungsdisziplin des Newsroom-Konzepts – ist der Literaturbestand weitaus erkenntnisversprechender. Hier wird der Newsroom – maßgeblich geprägt durch Meier (bspw. 2006) – als Organisationsform für Redaktionen verstanden, welche architektonisch das ressort- und medienübergreifende Arbeiten unterstützen soll. Die Charakteristika des Newsrooms wurden ebenso wie seine Verbreitung in deutschen Redaktionen bereits untersucht und unter Journalisten scheint mehr oder minder dasselbe Verständnis des Konzepts zu existieren. Aber kann man dieses eins zu eins auf die UK übertragen? Wie genau sollten sich die Strukturen einer UK-Abteilung verändern, damit von einem Newsroom gesprochen werden kann? Und vor allem: Wie weit verbreitet sind diese Strukturen in deutschen Unternehmen?

Immerhin brachte mir meine Recherche also Gewissheit hinsichtlich der Relevanz des Themas und eine Menge potenzieller Forschungsfragen. Alles in allem die ideale Ausgangssituation für meine Masterarbeit. Die Frage, um deren Beantwortung sich mein (wissenschaftliches) Leben von Herbst 2014 bis Frühling 2015 drehen sollte, war schließlich:

Wie findet das Newsroom-Konzept derzeit Anwendung in den UK-Abteilungen deutscher Unternehmen?

 

Erwähnte Literatur:

Meier, K. (2006). Newsroom, Newsdesk, crossmediales Arbeiten. Neue Modelle der Redaktionsorganisation und ihre Auswirkung auf die journalistische Qualität. In: S. Weischenberg, W. Loosen & M. Beuthner (Hrsg.), Medien-Qualitäten. Öffentliche Kommunikation zwischen ökonomischem Kalkül und Sozialverantwortung. (1. Aufl.), Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft, S. 203-222.

Mickeleit, T. (2013). Hat PR eine Zukunft? pressesprecher(5), S. 18-21.

Zerfaß, A. (2014). Unternehmenskommunikation und Kommunikationsmanagement: Strategie, Management und Controlling. In: A. Zerfaß & M. Piwinger (Hrsg.), Handbuch Unternehmenskommunikation (2. Aufl.), Wiesbaden: Springer Fachmedien, S. 21-79.

 

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